Damit die Anlage von Ihrem Koi Teich nicht zu einem Albtraum wird, muss der Bau einer gut dimensionierten Filteranlage eingeplant werden. Diese hat eine entscheidende Wirkung auf den Stoffwechsel und die Gesundheit Ihrer Fische.
Warum eine Filteranlage?
Im Regelfall erfolgt die Haltung von Koi in einer Umlaufanlage. Entgegen der Natur, ist die Zahl der auf engsten Raum im Teich gehalten Koi sehr groß. Sämtliche Ausscheidungen sowie weitere Schadstoffe in Form von Futterresten, abgestorbenen Kleinstlebewesen, Algen sowie faulenden Pflanzenteilen und Laub belasten das Wasser im Koiteich.
Wird dieser Überschuss an Schadstoffen nicht abgebaut, kann dies bei zunehmenden pH-Wert schnell zur Erhöhung des giftigen Ammoniakgehaltes im Wasser führen. Eine massive gesundheitliche Schädigung der Koi ist die Folge.
Der Einbau einer richtig dimensionierten und auch funktionierenden Filteranlage, ist bei Umlaufanlagen unumgänglich!
Welche Aufgabe hat die Filteranlage?
Die Filteranlage hat die Aufgabe das Wasser im Koiteich zu klären und die anfallenden Stickstoffverbindungen aus dem Eiweißstoffwechsel der Koi, in unschädliche Stoffe umzuwandeln. Hierzu bedarf es nitrifizierender Bakterien (Nitrobakter, Nitrosomonas), welche Ammonium unter Verbrauch von Sauerstoff (Oxidation) in Nitrit und dieses wiederum in Nitrat umwandeln.
Aufbau und Funktionsweise der Filteranlage
Um eine einwandfreie biologische Filterung zu erreichen, benötigt man eine gut funktionierende mechanische Vorfilterung, welche einen großen Teil der Schwebstoffe aus dem Wasser entfernt. Für diesen Zweck kommen am Koiteich unterschiedliche Systeme zu Einsatz.
Beispiele Vorfilter:
Spaltsieb: Entfernt grobe Schmutzpartikel sofort aus dem Filterkreislauf, Schmutz muss permanent entfernt werden.
Trommelfilter: Entfernt grobe Schmutzpartikel sofort aus dem Filterkreislauf, Reinigung ist nicht erforderlich.
Nach dem das Wasser mechanisch vorgereinigt ist, erfolgt die biologische Filterung. Hierzu werden den nitrifizierenden Bakterienkulturen ausreichend dimensionierte Filtermedien mit einer möglichst hohen Besiedelungsfläche zur Verfügung gestellt. Für die biologische Filterung hält der Markt eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme bereit.
Grundlegend unterscheidet man zwischen zwei Arten von Biofiltern. Beim klassischen Mehrkammerfilter werden die Biostufen über die Schwerkraft gespeist. Die Rückführung des Wassers erfolgt durch nach geschaltete Pumpen. Nachteilig bei diesen Systemen sind der hohe Reinigungs- und Pflegeaufwand sowie der begrenzte Volumenstrom.
Die zweite Variante basiert auf einem Druckfilterprinzip aus der Schwimm-badtechnik.
Bei diesen Systemen wird das mechanisch gefilterte Wasser mit Druckpumpen in die geschlossene Biostufe gepumpt.
Über eine Druckleitung und weitere Systembestandteile erfolgt die Rückführung des Wassers in den Teich. Ein hoher Energieverbrauch sowie die eingeschränkte Leistungsfähigkeit sind die Nachteile dieser Filter.
Die Unterbringung der Systeme erfolgt bei Schwerkraftanlagen in einem eigens errichteten Filterkeller.
Welches Filtersystem ist das Richtige?
Bei der Vielzahl der auf dem Markt erhältlichen Systeme, fällt die Auswahl sehr schwer. Grundsätzlich sollte vor der Kaufentscheidung geprüft werden, ob das Filtersystem sämtliche Anforderungen die Koiteichanlage erfüllt. Eine Vielzahl der Hersteller beruft sich ausschließlich auf die maximale Teichgröße.
Ist die Größe entscheidend?
Nein! - Berücksichtigung sollten sämtliche Faktoren, wie Durchfluss, Energieverbrauch, Verweilzeit des Wassers, maximaler Koibesatz, Futterrate und nicht zuletzt der Reinigungsaufwand finden.
Bei zunehmender Besatzdichte stoßen oftmals auch ausreichend dimensionierte Kompaktfilteranlagen an ihre Grenzen. Eine Erhöhung des Volumenstroms, ist bei konventionellen Systemen konstruktionsbedingt nur mit erheblichem Energieaufwand oder gar nicht zu realisieren.
Wir bieten Ihnen die Möglichkeit einen auf Ihre Anforderungen abgestimmte Biokammer zu bauen. Sämtliche Faktoren wie Volumenstrom, Verweilzeit des Wassers, maximaler Koibesatz, Futterrate, Energieverbrauch und nicht zuletzt den Reinigungsaufwand werden berücksichtigt. Weiterführend sollten falls erforderlich auch bei hohen Leistungsdaten, Reserven ohne einen Mehraufwand an Energie mobilisiert werden können.
Die optimale Lösung bildet eine auf Teichhöhe im Boden versenkte Gravitationsfilteranlage. Diese kann als gestalterisches Element in Ihre Teichanlage integriert werden. Die Speisung des Schwerkraftfilters erfolgt über die Bodenabläufe und den Skimmer von Ihrem Koiteich.
Abb. Holzabdeckung Filterkeller
Volumenstrom bei Schwerkraftanlagen
Maßgeblich für den Volumenstrom im Filter ist die Schwerkraft. Die Speisung des Filters wird durch den richtigen Niveauunterschied zwischen Teich und Filteranlage bestimmt. Bei einer Mehrkammerfilteranlage müssen die Niveauunterschiede der einzelnen Kammern richtig geplant werden. Auch die Wahl der Filtermedien sollte unter Berücksichtigung des Volumenstroms im Filter erfolgen. Sind die Filtermedien zu dicht gepackt, können diese rasch verschmutzen, was zu einer starken Reduktion und im Einzelfall bis zum Erliegen des Volumenstromes führt.
Voraussetzungen für eine funktionierende Filtration
In Anbetracht zuvor beschriebener Faktoren, ist bereits bei der Teichplanung zu berücksichtigen, dass der Aufbau entscheidend über die spätere Funktion ist!
Zur kontinuierlichen Nahrungsversorgung der Filterbakterien, benötigt der Filterkreislauf eine entsprechende Durchflussrate. Hierzu ist insbesondere bei Gravitationsanlagen, ein ausreichender Volumenstrom maßgeblich. Weiterhin muss eine ausreichende Versorgung mit Sauerstoff sichergestellt werden. Eine einfache und schnelle Entfernung abgestorbener Bakterien sowie anderer Verschmutzungen der Filteranlage sollte ebenfalls möglich sein.