Neben gerissenen Teichbecken, ist die Osmose eine der am häufigsten auftretenden Ursachen für undichte GFK Teiche. Die Gefahr von Osmoseschäden, lässt sich durch die Wahl der richtigen Materialien deutlich reduzieren. In den meisten Fällen sind entsprechende Schäden auf Verarbeitungsfehler in Kombination mit falschen Materialien zurückzuführen.
Osmose ist aus dem griechischen abgeleitet und bezeichnet im übertragenen Sinne das Eindringen.
Bei wasserbelasteten Bauteilen aus GFK spricht man von Osmose, wenn das Laminat Feuchtigkeit aufnimmt.
Abb. Schaden an einem GFK Laminat keine ausreichende Deckschicht vorhanden, Feuchtigkeit ist bereits eingedrungen
Nimmt das GFK Laminat Feuchtigkeit auf, entwickeln sich aus anfangs nur nadelspitzengroßen Erhebungen in der Deckschicht, kleine Blasen. In den Blasen sammelt sich eine wässrige Lösung aus Wasser sowie Bestandteilen des Mattenbinders und der Haftmittel.
Die Abbildung zeigt einen Feutigkeitsschaden an einem GFK Laminat.
Die Ausbreitung ist ein unaufhaltsamer Prozess, insofern dies nicht erkannt wird. Es kommt zu einer erheblichen Schwächung des Laminats.
Mit der stetigen Ausbreitung greift der Inhalt der Blasen das gesamte GFK Laminat an und führt zu Löchern im Laminat.
Abb. Osmoseschaden in einem fort- geschrittenem Stadium, eine Komplettsanierung ist un- umgänglich
Im Koiteich bildet sich auf der Laminatoberfläche eine natürliche Algenpatina, welche ein Erkennen von Osmoseschäden unmöglich macht. In den meisten Fällen wird Osmose erst nach erheblichen Wasserverlusten erkannt. Eine Komplettsanierung ist im Regelfall unumgänglich.
falsche Verarbeitungstemperaturen
falsche Mischungsverhältnisse
zu geringe Deckschichtstärke
nicht vollständig ausreagierte Harze
falsche Glasmatten mit falschem Mattenbinder
falsche Polyesterharze
Beheizen bei mangelnder Eignung der Deckschicht
Feuchtigkeitseinschlüsse im Laminat
Untergrund:
Restfeuchte des Untergrunds beachten
ausreichende Wandstärke berücksichtigen
gute Absperrung gegen durchdringende Feuchtigkeit
vor dem Laminataufbau eine Kontaktschicht aufbringen
Verarbeitung:
GFK Verarbeitung nur bei entsprechenden Temperaturen
Verarbeitung unter hoher Luftfeuchtigkeit vermeiden
exakte Mischungsverhältnisse der Materialien beachten
nur vollständig ausreagierte Materialien überarbeiten
tempern des GFK Laminats (verbessert die Eigenschaften von GFK)
Vorversiegelungen für ausreichende Deckschichtstärke verwenden
hochwertige Deckschichtsysteme mit Temperaturbelastbarkeit
vor der Vorversiegelung ein C-Glasvlies einarbeiten
Durch einen vernünftigen Laminataufbau und eine gewissenhafte Verarbeitung lässt sich die Gefahr von Osmoseschäden deutlich reduzieren. Der Mehraufwand für Arbeitsleistung sowie hochwertigere Materialien zahlt sich auf Dauer aus.
Lesen Sie hierzu einen Artikel, bei dessen Entstehung wir Herrn Dipl. Ing. Robert Jungnischke, Planungs- und Sachverständigenbüro für Koiteichbau und Koihaltung, hilfreich zur Seite standen.